Stimmen der Studierenden_Wie war das erste Corona-Semester?

Das erste ‘Corona-Semester’ liegt nun hinter uns. Im Laufe des Semesters haben sich viele Dinge gebildet, verwandelt, verändert und angestaut und es wurden neue Erfahrungen von Studierenden und Lehrenden gemacht. Wir haben hier Statements und Eindrücke der Studierenden aus dem Corona-Semester vereint, die wir in unseren Seminaren gesammelt haben. Sie wurden von den Studierenden anonym auf die Frage hin formuliert: Was fällt Ihnen spontan zum Corona-Semester an der Kunsthochschule ein? Wir möchten einige Statements hier wiedergeben, um diesem Semester und seinen ungewöhnlichen Bedingungen Raum zu geben.

Improvisationstalent

erfreulich, dass die Uni weiterging

Spontaneität

Wohlgesonnenheit

motivierend, da neue vielfältige Softwares und SL-Formate ausprobiert wurden

Anstrengend

Kein Bewegen zwischen den Seminaren, den ganzen Tag gleich sitzen

Überfordert sein_Angst

Vertrauen vs. Wer bleibt auf der Strecke?

Obwohl es vor allem am Anfang ein sehr stressiges und Nerven-aufreibendes Semester war, gewöhnte ich mich relativ schnell an diese Art und Weise des Studierens. Generell bemerkte ich, dass ich mich eher auf meine Uni-Arbeit konzentrierte. Das Corona-Semester erlebte ich in manchen Seminaren als sehr angenehm und beruhigend. Besonders positiv fiel mir auf, dass es immer einen Plan gab und ich die Aufgaben ohne allzu viel Aufwand erledigen konnte. Besonders die Plakataufgabe fand ich -trotz anfänglicher Bedenken bezüglich digitaler Gruppenarbeit- sehr interessant. Auch freue ich mich, dass ich auf praktische Art verschiedene Tools kennengelernt habe, die mir in der Zukunft zu Gute kommen können. Natürlich war  das Semester anders und es war eigenartig, mit Mitstudierenden und Lehrpersonen auf diese Weise zu kommunizieren, doch war es bezogen auf die  Kunstuni/Kunstdidaktik mehr als machbar.

Erfordert viel mehr Ausdauer und Konzentration

Viel auf dem Bildschirm schauen

„Ort des Lernens“ fehlt, die Trennung zwischen privatem Raum und „Arbeit“

Es fehlt der direkte Kontakt zu Kommilitonen → Nach dem Seminar noch austauschen, Mensa

Selbstdisziplin_Struktur

Nagt an der Motivation

Unklar, ob man genug macht

Lust, etwas zu tun, ist stark auf das Nötigste heruntergefallen

Kampf gegen das Prokrastinieren

Ich kaufe mir Ton, der liegt dann zuhause rum

Ich überlege, auf dem Speicher zu arbeiten

Viele meiner Kommiliton*innen und Lehrenden sind der Meinung, dass gerade die Kunsthochschule bzw. das Vermitteln im künstlerischen Bereich viele Nachteile im Vergleich zur „normalen Uni“ hat. Ich muss sagen, dass ich das (meist) nicht so wahrnehme. Das liegt möglicherweise daran, dass auch an der Uni die digitale Lehre nicht so gut läuft, wie sich viele erhofft haben, aber das ist nur nebensächlich. An der Kunsthochschule habe ich eine sehr persönliche Unterstützung dieses Semester wahrgenommen, die mir sogar teils während der normalen Semester gefehlt haben. Jede*r Dozent*in hat immer alle Fragen schnell beantwortet, sich viel Zeit für Sprechstunden genommen und insgesamt viel Verständnis gezeigt, das wusste ich sehr zu schätzen. Natürlich ist gerade die Praxis schwer online durchzuführen, es fehlt das Miteinander und die informativen Diskussionen, aber auch hier kam insgesamt viel Verständnis und „der Wille war da“.

Gleichzeitigkeit_Kinder_Uni_Notbetreuung

Chancengleichheit

plötzlich kann ich nicht mehr ins Atelier

Ich entwickle einen Rhythmus, ab 9 Uhr sitze ich täglich für mehrere Stunden am Schreibtisch

einengend – da Lehre, Atelier und Schlafraum sich in meinem Fall auf 14qm, d.h einen einzelnen Raum, erstrecken

Seminare kommen einen länger vor und ziehen sich mehr

Ich sitze verkatert und nicht in meiner Wohnung im Seminar

In der Corona Zeit haben wir alle mit verschiedenen Problemen und Herausforderungen zu kämpfen gehabt; leider war auch die Kunstpädagogik da keine Ausnahme. Obwohl die Inhalte dasselbe Ausmaß hatten, wurden Aufgaben oder die Präsenzzeit viel zu kurzfristig erwartet und gestellt. Dies hat sich zwar im Laufe des Semesters gebessert, aber dennoch ist es ein hinterbliebener Eindruck.

Ohne gutes Internet abgehängt sein_Landleben

Ungewissheit, ob alles mit der Verbindung klappt_Störungen_Technik

Digitale Überlastung

So viele Mails wie in diesem Semester habe ich innerhalb meines ganzen vorherigen Studiums nicht schreiben müssen

manchmal auch etwas einsam, da mir die Zwischengespräche (in den Pausen, zwischen den Seminaren) und die gemeinsamen Pausen fehlten

Auf sich gestellt sein_wenig Miteinander

Meiner Meinung nach hat die Kunsthochschule mit noch mehr Schwierigkeiten zu kämpfen als die Universität. Die anderen Fächer ließen sich wohl besser und vor allem schneller umstellen als die künstlerischen Richtungen. Gerade die Module der ästhetischen Praxis haben mir dieses Semester leider kaum etwas gebracht, da kein richtiges Klassengespräch zu Stande gekommen ist. Natürlich ist es gut, dass wir trotzdem alle Veranstaltungen „besuchen“ konnten, aber die Kommunikation blieb einfach komplett aus, was meines Erachtens nach das wichtigste an der Kunst ist. Durch diese Demotivation kam ich auch nur schwer zum eigenständigen Arbeiten, womit die Dozenten jedoch sehr gut umgingen und verständnisvoll reagierten.

an mehreren eigentlich parallel stattfindenden Veranstaltungen zu partizipieren

Verlust finanzielle Einbußen_Aufgefangen werden_Corona Soforthilfe_Unsicherheit

Keine Anfahrtswege zu den einzelnen Campi

Der Kontakt während des digitalen Semesters war unpersönlicher als sonst. Besprechungen und Diskussionen liefen eigentlich sehr gut.

Arbeiten in privater Atmosphäre (ich persönlich kann mich alleine in meiner Wohnung am besten konzentrieren und diesbezüglich hat mir das Homeoffice gefallen)

Keine Exkursionen??_Wie vervollständige ich meine Scheine?

Geschlossene bzw. eher schwierig zugängliche Bibliothek (eine der größten Herausforderungen meiner Ansicht nach)

Ich habe keine Kunst gemacht

Die Corona-Zeit an sich hat mir nicht besonders viel ausgemacht. Selbstverständlich hat es mein Leben, so wie das meiner Mitmenschen etwas aus der Bahn geworfen, was ich bzgl. des universitären Dienstes besonders an der veränderten Lehr- und Lernformen gemerkt habe. Doch ich bin froh, dass wir durch diverse Online- Angebote gut aufgefangen wurden. Dabei empfand ich es jedoch als ermüdend, immer neue und wechselnde Programme zu verwenden und hätte mir eine stärke Einigung gewünscht. Ich denke jedoch, dass dies der generellen neuen Situation geschuldet war, welche alle mit einer neuen Herausforderung des Online- Learnings, jedoch auch privaten Hürden, konfrontierte. Zusammenfassend bin ich froh, dass das Semester sinnvoll genutzt werden konnte.

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