Was passiert eigentlich gerade….

im digitalen Seminar zu Jugendkultur(en) im Kunstunterricht?

Die “Jugend” gilt als eine der wichtigsten Entwicklungsphasen im Leben. Hier passieren bedeutsame Entwicklungsschritte, die das gesamte Leben prägen werden: Körper, Geist und Seele sind großen Veränderungen ausgesetzt. Diese Veränderungen und Prozesse bergen viele Potenziale, bringen aber auch Schwierigkeiten mit sich. Im schulischen Kontext ist es daher um so wichtiger, dass Lehrer*innen wissen, welche Themen und Fragen für junge Menschen besonders relevant sind, welche Veränderungen in der Jugend stattfinden und wie man als Lehrperson damit umgehen kann. Mit diesen Themen setzen wir uns im Seminar “Jugendkultur(en) in der Kunstpädagogik” auseinander.

Was genau ist die “Jugend” überhaupt? Zu Beginn des Seminars diskutierten wir darüber was wir persönlich unter dem “Jugendbegriff” verstehen und welche Assoziationen wir dazu haben (siehe: Mindmap Bild 1).

Bild 1_Mindmap-Was ist Jugend?_ von Studierenden im Seminar erstellt

Nach diesem intuitiven Einstieg setzten wir uns theoretisch mit einem Text von Wilfried Ferchhoff (Ferchhoff, Wilfried, Jugend und Jugendkulturen im 21. Jahrhundert, Wiesbaden 2011) auseinander. Einen psychoanalytischen Blick auf das Thema Adoleszenz erlaubte der Text von Werner und Marianne Bohleber, die die Pubetät u.a. als Phase der “Zweite Chance” begreifen – sie heben Gefahren aber auch und vor allem Potentiale dieser komplexen und kreativen Etnwicklungsphase hervor (Vgl. Bohleber, Werner/ Bohleber, Marianne, Pubretierende ticken anders, in: SCHÜLER Wissen für Lehrer (2013). S. 14-16)

Um sich relevanten Themen der “Jugendzeit” anzunähern, betrachteten und analysierten wir ausgewählte Filmausschnitte, zum Beispiel aus: “Stella-Skinny Love” (siehe Filmstill Bild 2). Das Ziel war, zu beobachten wie die “Jugend” im Film dargestellt wird und zu reflektierten, welche Themen/Probleme darin aufgezeigt werden und welche möglichen Umgangsformen es für diese im Kunstunterricht geben könnte. In den Filmausschnitten wurden Themen wie Schönheitsideale, die Orientierung junger Menschen an Vorbildern oder die Rolle der Eltern-Kind-Beziehung in der Jugend behandelt, über die wir dann im Anschluss diskutierten.

Bild 2_Filmstill aus dem Film “Stella. Skinny Love” (2015/ Regie: Sanna Lenken)

Die folgenden Sitzungen des Seminar wurden von den Studierenden selbst, mithilfe bereitgestellten Unterrichtsmaterialien aus dem Kunstunterricht, sowie Künstler*innen-Beispielen, gestaltetet. Wir arbeiteten Aufgabenstellungen heraus, die sich u.a. mit Themen wie Selbstdarstellung oder Identität auseinandersetzen und bearbeiteten und diskutierten sie gemeinsam mit den anderen Studierenden. Das war ein wichtiger Aspekt des Seminars, um sich nicht nur theoretisch mit den Seminar-Inhalten auseinanderzusetzen, sondern auch praktische Unterrichtseinheiten zu entwickeln und einen eigenen Umgang mit “Jugendthemen” im Kunstunterricht zu finden.

Eine der für mich wichtigsten Einsichten des Seminars war, dass obwohl die Jugend und vor allem die Pubertät in der Gesellschaft sehr negativ konnotiert sind, ein großes Potenzial zur persönlichen Weiterentwicklung der Schüler*innen bereithält. Als Lehrer*in hat man die Verantwortung diese Potenziale wahrzunehmen und die positive Entwicklung der Schüler*innen zu unterstützen, sodass sie ihr “Selbst” weiterentwickeln können. Sich selbst zu “finden”, kann jedoch auch bedeuten, sich selbst zu “verlieren”. Aus diesem Grund müssen jungen Schüler*innen in der Schule Schutzräume angeboten werden, in denen sie sich in Ruhe entwickeln können.

Bild 3_Christina Marclay “Doorsiana” (1991)

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