„de/con/struction circus – weil ich schon immer ein Haus sprengen und eine Gitarre zertrümmern wollte“ – ein Blockseminar mit Christine Biehler

Ein Klavier zerlegen, einen Stein durch eine Glasscheibe werfen, eine Sandburg vom Meerwasser überfließen lassen oder eine Zeichnung zerknüllen – Prozesse der Zerstörung haben etwas Faszinierendes. Wenn man in einem künstlerischen Arbeitsprozess etwas bauen und etwas neu schaffen will, macht es Sinn den gegenläufigen Prozess der Zerstörung genau unter die Lupe zu nehmen. Was macht diese Abläufe so besonders? Was macht den ästhetischen Reiz von Deformationen aus?

An insgesamt 3 Wochenenden im März 2022 haben Studierende der Kunstpädagogik im Seminar von Christine Biehler nach Möglichkeiten und Methoden gesucht, Prozesse der Auflösung, Erschütterung oder Zerrüttung künstlerisch zu nutzen.

Eine Studentin beim experimentellen Materialumgang im Seminar de/construction circus von Christine Biehler

Am Anfang des praktischen Einsatzes stand ein experimenteller Umgang mit verschiedenen Materialien, wie Fotografien, Möbeln oder kleinen Objekten. Dabei testeten die Studierenden die Möglichkeiten und Grenzen der Materialien, etwa ihr Bruchverhalten bis zur Zerstörung. Gemeinsam wurde das Augenmerk auf die entstehenden Spuren, die Veränderungen im Material und den Rhythmus der Bewegungsabläufe gerichtet. 

Studierende bei der Arbeit im Seminar de/construction circus von Christine Biehler

Durch das Wechselspiel von „construction“ und „destruction“, von Aufbau und Abbau, von Zerbröseln, Zersplittern und Wieder-Zusammensetzen, von Explodieren und Beruhigen konnten im weiteren Verlauf des Seminars an der Schnittstelle von Performance und Bildhauerei Aktionsbilder, Assemblagen, Videoclips sowie andere Manifestationen im „Dekonstruktionszirkus’“ entstehen. 

Christine Biehler (geb. 1964, lebt bei Frankfurt a.M.) ist Installationskünstlerin, Kunstvermittlerin und Projektorganisatorin. Leitbegriffe in ihrer Kunst und Lehre sind Prozessorientierung, Performativität und Kontextbezug. Als Professorin hat sie bis 2010 an den Universitäten Hildesheim und Dortmund sowie an der Kunsthochschule Kassel Studierende der Kunstpädagogik, der Bildhauerei und den Kulturwissenschaften unterrichtet.

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